Bildung für innere Entwicklung

Von Achtsamkeit bis Zuversicht

2. Konferenz und Fachtagung: Achtsamkeit in der Bildung – rund 300 Menschen diskutieren über Bildung im Wandel

2. Konferenz und Fachtagung: „Achtsamkeit in der Bildung“: Rund 300 Menschen diskutieren über Bildung im Wandel

Rund 300 Menschen aus Schule, Hochschule, Wissenschaft, Bildungsverwaltung und Bildungspolitik kamen am 10. und 11. September an der Universität Leipzig zur zweiten bundesweiten Konferenz und Fachtagung: „Achtsamkeit in der Bildung“ zusammen. Unter dem Leitthema „Gesellschaftliche Verantwortung und nachhaltige Lebenswelten im Miteinander gestalten“ wurden zwei Tage lang Erkenntnisse geteilt, es wurde diskutiert und praktisch gearbeitet. Das AVE Institut für Achtsamkeit, Verbundenheit und Engagement war gemeinsam mit dem Projekt ABiK der Universität Leipzig Veranstalter der Konferenz.

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Mit der Konferenz haben wir ein klares Zeichen für mehr gemeinsames Handeln und stärkere Verbundenheit gesetzt.“

– Dr. Nina Bürklin, Geschäftsführerin des AVE Instituts.

Sie fügt hinzu: „Rund 300 Teilnehmende haben konkrete Erfahrungen und Potenziale einer achtsamkeitsbasierten Bildung diskutiert, um mehr Nachhaltigkeit und ein demokratisches Miteinander im Alltag zu fördern. Das stimmt mich zuversichtlich und bestärkt uns in unserer Arbeit bei AVE“.

Wissenschaft trifft Praxis

Der erste Konferenztag brachte Wissenschaftler*innen, Pädagog*innen, Hochschullehrende, Studierende, Schulleitungen sowie Vertreter*innen aus Bildungsverwaltung und -politik zusammen. Neben zwei Keynotes boten mehr als 50 Vorträge, Workshops und Panels Gelegenheit, unterschiedliche Perspektiven auf Achtsamkeit in Schule und Hochschule kennenzulernen und zu diskutieren.

Den Auftakt machte die Umweltpsychologin Dr. Laura Loy mit einer Keynote zu „Wie Achtsamkeit mit nachhaltigem Handeln zusammenhängt“. Im Fokus standen unter anderem Naturverbundenheit und globale Verbundenheit.

Achtsamkeit ist ein schönes Beispiel, das beides zusammendenkt: Das individuelle Wohlbefinden kann auch kompatibel sein damit, dass wir uns auch für andere und eine bessere Welt einsetzen.“

– Dr. Laura Loy, Umweltpsychologin

In den anschließenden Panels zu Didaktik und Bildungstheorie und den Workshops reichte das Themenspektrum von Achtsamkeit in der Hochschullehre und Lehrkräftebildung über konkrete Ansätze für Schule und Unterricht bis hin zu Nachhaltigkeit, sozialer Verantwortung und Demokratiekompetenz.

Ein zentraler Programmpunkt war der fachpolitische Dialog zwischen dem sächsischen Staatsminister für Kultus Conrad Clemens und der Psychologin Prof. Dr. Corina Aguilar-Raab, moderiert von Diane Hielscher. Im Mittelpunkt standen die Möglichkeiten von Achtsamkeit in Schule und Bildung sowie die institutionellen und bildungspolitischen Voraussetzungen für ihre Verankerung.

Am Nachmittag beleuchtete Dr. Britta Hölzel in ihrer Keynote zum „Potenzial der Achtsamkeit im Bildungsbereich“ aus psychologischer und neurowissenschaftlicher Perspektive die Wirkmechanismen von Achtsamkeit. Im Fokus standen unter anderem Aufmerksamkeitsregulation, Körperwahrnehmung, Emotionsregulation und Perspektivübernahme.

Verbundenheit ist ja nicht nur das, was wir miteinander erleben, sondern Verbundenheit ist auch das, was ich in mir erleben kann.“

– Dr. Britta Hölzel, Psychologin, Neurowissenschaftlerin und Achtsamkeitstrainerin

Vom Wissen zum Handeln

Der zweite Veranstaltungstag richtete den Blick stärker auf die Frage, wie aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen konkrete Veränderungen entstehen können.

Nach einem Grußwort von Alexander Biedermann, Direktor des ZLS, folgte ein Panel mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Bildungsinstitutionen und -politik:

Die Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Antje Miksch betonte dabei, dass Bildung und Gesundheit sehr eng verknüpft seien, es jedoch viel mehr Forschung brauche, die diese Verknüpfung adressiere. Prof. Dr. Kazuma Matoba formulierte den Wunsch, Bildungseinrichtungen müssten „Resonanzkörper der Welt sein“. Dass das Projekt ABiK ein Ansatz sein könnte, der dazu beiträgt, hob Abdul Abdulwahhab hervor, Referent des Lehramts im Student:innenrat der Uni Leipzig. Er betonte die positiven Rückmeldungen der Studierenden und fokussierte die systemische Ebene. Auch Patrick Schreiber, Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung, betonte die Bedeutung praktischer Beispiele aus der Verwaltung, aus denen gelernt werden könne. Zuletzt brachte Toni Hoffmann, Gymnasiallehrerin und Koordinatorin für Achtsamkeit, die Perspektive der Lehrkräfte an Schulen ein. Es gelte vor allem, „den Mut zu haben, diese Achtsamkeit zu leben, sie in der Schule zu implementieren“.

Im Anschluss folgten moderierte Roundtable-Sessions. Diskutiert wurden unter anderem die Implementierung von Achtsamkeit an Schulen und Hochschulen, in der Lehrkräftebildung, naturbasierte Interventionen und ethische Fragen.

So stellte der Round Table „Compassion and Empathy in Schools“ bspw. die Frage in den Mittelpunkt, wie Achtsamkeit, Empathie und Mitgefühl im schulischen Kontext gefördert werden können. AnnaLise Hoopes, Julia Pruy und Dr. Lukas Herrmann brachten Perspektiven aus Forschung und schulischer Praxis aus den USA, Luxemburg und Deutschland ein. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurde diskutiert, wie daraus konkrete Schritte für Schulen entstehen können.

Auch die beiden vierstündigen Intensivworkshops griffen die Verbindung von Achtsamkeit und gesellschaftlicher Verantwortung auf.

Im Workshop „Achtsamkeit und Nachhaltigkeit“ ging es um den Umgang mit Klimaangst und die Frage, wie Menschen angesichts großer Zukunftsherausforderungen handlungsfähig bleiben können.

Der Workshop „Achtsamkeit und Demokratie“ widmete sich dem konstruktiven Umgang mit gesellschaftlicher Spaltung. Mit dem „Achtsamen Dialog“ und der Verbindung von Klassenrat und achtsamer Haltung wurden konkrete Ansätze für den Bildungsalltag erprobt.

Was nehmen wir mit?

Die Konferenz hat gezeigt, wie vielfältig Achtsamkeit in der Bildung inzwischen gedacht und praktiziert wird – von empirischer Forschung über Didaktik bis hin zu konkreten Ansätzen in Schulen und Hochschulen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass eine nachhaltige Verankerung mehr braucht als einzelne Kurse oder Übungen.

Für das AVE Institut steht dabei die konkrete Implementierung von achtsamkeitsbasierten Elementen im Mittelpunkt, um eine bessere Beziehung zu uns selbst und zu unserer Mitwelt zu fördern.

Während der Fokus von Achtsamkeit lange Zeit auf dem Individuum lag, haben wir mit der Konferenz gezeigt, wie weitreichend deren Bedeutung für unsere Gesellschaft ist. Herausforderungen wie politische Spaltung, Kriege oder Klimawandel können wir mit mehr Klarheit, Selbstwirksamkeit und Mitgefühl begegnen.“

– Dr. Nina Bürklin, Geschäftsführerin des AVE Instituts

Wie geht es weiter?

An diese Entwicklung knüpft das neu gegründete Institut für Achtsamkeit in Wissenschaft, Bildung und Praxis – M-RISE (Mindfulness in Research, Innovation, Science & Education) an. Es soll Forschung, Lehre und Transfer verbinden und die Entwicklung, Evaluation und Implementierung praxisbezogener Formate voranbringen. Geplant ist zudem der Aufbau einer Fachgesellschaft, die den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis stärkt.

Auch Susanne Krämer, Projektleiterin von ABiK, sieht die Konferenz als Ausgangspunkt für weiteren Austausch und eine intensivere Zusammenarbeit: „Mit Blick auf die komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen wird es immer seltener, dass Menschen gemeinsam auf die Suche nach Lösungen gehen. Die Bereitschaft für Veränderung ist vielerorts bereits da. Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam mit den Akteur:innen aus Bildung, Politik und Gesellschaft konkret nächste Schritte zu gehen.“

Die zweite bundesweite Konferenz zu Achtsamkeit in der Bildung hat dafür wichtige Impulse gegeben. Sie hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Wissenschaft, Praxis und Politik miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam nach Wegen für eine zukunftsfähige Bildung suchen.

Zum Nachhören / -lesen / -schauen:

Link zum TV Beitrag zur Konferenz vom Sachsen Fernsehen

Einige Fotos von der Konferenz von Christian Hüller:

Kontakt

Für Fragen zur Konferenz und Fachtagung senden Sie uns gerne eine Email an konferenz-abik@ave-institut.de.

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