Achtsamkeitskurs für Lehrende an der UAS Frankfurt

Die Frankfurt University of Applied Studies bietet ab dem Sommersemester 2022 einen Kurs für Hochschullehrende an und will damit neue Handlungskompetenzen für die Hochschullehre fördern.

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Lehre findet in aller Regel als Vermittlung von fachspezifischem Wissen statt. Sowohl Lehrende als auch Studierende sind als Persönlichkeiten ausgeblendet (damit „blinde Flecke“ im Bildungssystem) und kommen allenfalls bei auftretenden Dysfunktionalitäten (Stress, Burnout etc.) in den Blick, um die sich dann, wenn überhaupt, externe Expert:innen des Gesundheitswesens kümmern, nicht aber die Bildungsinstitutionen selbst.

Die Frankfurt University of Applied Sciences hat mit der Gründung des wissenschaftlichen „Zentrums für Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftlicher Verantwortung“ (ZPG) einen wichtigen Schritt getan, um der Persönlichkeitsentwicklung von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden einen besonderen Stellenwert einzuräumen. Dieses strategische Projekt war zuvor bereits im Hochschulentwicklungsplan 2025 Plus (HEP) verankert worden.

Persönlichkeitsbildung mit Achtsamkeit

Die Uni hat den Anspruch, Persönlichkeitsbildung für Studierende und Lehrende durch Meditation und (Selbst-)Reflexion zu ihrem Profilmerkmal zu erheben. Im Sommersemester 2022 wird in diesem Rahmen der Zertifikatskurs „Meditation für Lehrende – Neue Handlungskompetenzen für die Hochschullehre“ angeboten. Es handelt sich um fünf aufeinander aufbauenden Module, die von Referent:innen mit langjährigen Meditationserfahrungen und engem Bezug zur Hochschulwelt geleitet werden.

Vermittelt werden Grundlagen einer vielfältigen und facettenreichen Meditationspraxis in Stille, Bewegung und Klang. Zielgruppe sind alle Lehrenden und alle mit lehrnahen Aufgaben betraute wissenschaftlich Mitarbeitende, die sich für Persönlichkeitsentwicklung interessieren. In dem Grundkurs geht es außerdem um Achtsamkeit, Selbstwahrnehmung, Wertschätzung und soziale Interaktion. Dafür sollen im Kurs Räume für neue Erfahrungen im Umgang mit dem eigenen Selbst und dem Berufsfeld Hochschule eröffnet werden.

Warum Meditation?

Durch Meditation erlangen wir in stetiger Auseinandersetzung mit uns, und das heißt sowohl mit unserem Bewusstsein als auch unserem Körper, einen Zugang zu unserer „Mitte“. In der sozialen Dimension resultiert aus dieser neu gewonnenen Klarheit und Ruhe ein achtsames und zentriertes Handeln, sei es in der Hochschule oder in anderen sozialen Systemen. Meditation ist die Einübung in eine basale Schlüsselkompetenz. Körper und Geist werden in diesem Prozess langfristig positiv „transformiert“. Der Zertifikatskurs soll ein erster Einstieg in diesen Prozess des Selbstexperiments sein – oder, für bereits Erfahrenere, eine Fortsetzung.

Die Teilnehmenden werden dazu angeregt, ihre Übungspraxis außerhalb der Module fortzusetzen und Elemente davon in Hochschullehre und Hochschulalltag einfließen zu lassen.

Dr. Reiner Frey

 

Referent:innen sind Dr. Reiner Frey (ZPG der Frankfurt University of Applied Sciences), Jörg Henkel (BoMind-Institut), PD Dr. Sabine Huschka (Universität der Künste Berlin, Ki Song Association), Werner Huschka (Ki Song Association), Prof. Dr. Jörg Huth (ZPG der Frankfurt University of Applied Sciences)

Dr. Reiner Frey ist Ansprechpartner der überregionalen Kooperationsplattform Achtsame Hochschulen an der Frankfurt University of Applied Sciences. Noch als langjähriger Kanzler der Hochschule hat er das lehr- und forschungsbezogene Projekt „Persönlichkeit, Reflexion und Gesellschaft“ ins Leben gerufen, dessen Leiter er heute ist. Publiziert hat er folgende Bücher: „Bildung 5.0: Wissenschaft, Hochschulen und Meditation – Das Selbstprojekt“ und „Meditation und die Zukunft der Bildung – Spiritualität und Wissenschaft“.

Hier kommen Sie zum Kursangebot auf der Seite der Universität.

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  • Meditations-Pose: wishzones/ photocase