Aktuelles aus der AVE-Weiterbildung

Hygienekonzept für unsere Weiterbildungen

18. Juni 2020

von Arist von Hehn

In den letzten Wochen haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, wie wir die Module der Fortbildung unter Corona-Bedingungen fortsetzen können. Realistischerweise müssen wir davon ausgehen, dass Corona zumindest bis 2021 für unsere Fortbildungen ein Thema sein wird.

Unter welchen Voraussetzungen können wir Seminare sicher durchführen? Dabei gilt zu bedenken, dass einige Teilnehmer und auch Referenten selbst oder ihre Angehörigen zur Risikogruppe gehören. Trotzdem wollen wir auf direkte Treffen nicht verzichten, da unsere Seminare erfahrungsbasiert sind.

Persönliche Erfahrungen gemeinsam in einem Raum sind am besten geeignet, Wissen und Erfahrung um Achtsamkeit und Empathie tiefer ins Bewusstsein sinken zu lassen. Das schließt nicht aus, dass wir einzelne Inhalte wie z.B. wissenschaftliche Hintergründe nicht auch virtuell anbieten können.

Unser Plan ist, dass wir im 1. Jahrgang im September 2020 wieder mit den Modulen starten. Im Mai und Juni haben wir dafür ein “Hygienekonzept” erarbeitet. Dreh-und- Angelpunkt ist das Einhalten eines Mindestabstands und das Beachten der Hygieneregeln.

Die nächsten Module werden in anderen Seminarhäusern stattfinden, wo größere Räume zur Verfügung stehen, damit jede Teilnehmerin mindestens vier bis fünf Quadratmeter zur Verfügung hat. Dabei achten wir auf gute Belüftungsmöglichkeiten.

Die Mahlzeiten nehmen wir achtsam, im Schweigen ein. Die Kleingruppenarbeit soll möglichst draußen stattfinden. Wer sich mit anderen austauschen möchte, wird gebeten, dies ebenfalls draußen und mit Mindestabstand zu tun.

Natürlich werden wir das Hygiene-Konzept entsprechend der sich weiterentwickelnden Erkenntnissen zur Corona-Epidemie und den Empfehlungen und Vorgaben der Behörden anpassen.

Zusammenhalt in der Corona-Krise

23. Mai 2020

von Arist von Hehn

Die Corona-Krise ist auch an uns nicht spurlos vorübergegangen. Der 1. Jahrgang war gerade so gut angelaufen, da mussten wir das für Ende März geplante 3. Modul verschieben. Die Entscheidung ist uns schwer gefallen, war aber unter den gegebenen Umständen nicht anders möglich.

Statt an unserem Seminarort in Wiesen, haben wir uns am 26. März abends mit den Teilnehmern der Weiterbildung online „getroffen“, um gemeinsam zu meditieren und uns auszutauschen. Wir haben darüber gesprochen, wie wir in der Zeit des Lockddowns trotzdem in Kontakt bleiben können, zum Beispiel durch eine eigene Messenger-Gruppe.

Den Bedürfnissen der Teilnehmer entsprechend treffen wir uns seit Mitte April jede Woche online zur gemeinsamen Meditation, jeweils angeleitet von einer Teilnehmerin. Außerdem haben wir jeden Monat ein 90-minütiges Treffen zu den Themen der Weiterbildung gemacht, z.B. über wissenschaftliche Studien zu Achtsamkeit, über unser Projekt „Ins Tun kommen“ (Modul 2) und demnächst über die Projekte unserer Referentinnen und Referenten.

Die Teilnehmer schrieben uns, wie dankbar sie sind für die Möglichkeiten und Anregungen während der Corona-Krise. Viele empfinden die Kontinuität, die online hergestellt wird, als wohltuend. Geschätzt werden die wertvollen Anregungen, um die Herausforderungen in Familie und Beruf zu meistern. Eine Teilnehmerin erwähnte in einer Mail, wie gut es sei, zwischen „Homeschooling, Homeoffice und Homecooking“ Muße für Achtsamkeit und Empathie zu haben.

Bewerbung läuft für den 2. Jahrgang

20. April 2020

von Carola Sieglin

Zurzeit laufen die Bewerbungen für unsere Zusatzqualifiation. Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich bereits verbindlich angemeldet; die Teilnehmerzahl ist auf 24 begrenzt. Wenn Sie mitmachen möchten, melden Sie sich bitte sobald wie möglich.

So geht es: Bitte kontaktieren Sie uns zuerst per Email oder telefonisch. Dann erhalten Sie einen Link zu unserem Online-Fragebogen. Dieser hilft uns, die Bewerberinnen und Bewerber vorab etwas näher kennenzulernen. Zum Beispiel interessieren uns Ihre themenbezogenen Erfahrungen, Vorbildungen und Motivation.

Nach Erhalt des Fragebogens meldet sich ein Referent aus unserem Team, um ein ca. 30-minütiges Gespräch mit Ihnen zu führen. Danach werden Sie in den Pool der Kandidaten aufgenommen. Unsere Referentinnen und Referenten entscheiden dann gemeinsam, welche Bewerber die Zusage erhalten; diese Entscheidung muss einstimmig erfolgen. Die Auswahlkriterien sind:

  • eine eigene gefestigte Achtsamkeitspraxis
  • ein pädagogischer Hintergrund
  • eine Vorbildung zu Achtsamkeit mit Kindern und praktische Erfahrungen
  • Erfahrung im Anleiten von Meditation
  • Verkörperung der Werte, die in der Ausbildung vermittelt werden sollen

 

Falls Sie nicht alle formalen Voraussetzungen erfüllen und dennoch denken, genau die oder der Richtige für unsere Fortbildung zu sein: Bitte melden Sie sich trotzdem. Wir sagen Bewerbern selten ab. Manchmal empfehlen wir, in einen späteren Jahrgang einzusteigen, damit Sie für bestimmte Voraussetzungen noch Erfahrungen sammeln können.

Voraussetzungen für die Teilnahme:

Die Weiterbildung richtet sich an die im pädagogischen Kontext tätigen Fachpersonen, unabhängig vom jeweiligen Praxisfeld – also Lehrer, Schulpsychologinnen, Erzieher, Sozialarbeiterinnen, (Universitäts-) Dozenten und alle andere, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. Sie verfügen über Grundlagenwissen zu Achtsamkeit und Pädagogik der Achtsamkeit, pflegen eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis und verkörpern die Haltung von Achtsamkeit, Mitgefühl und Empathie. In der Regel haben Sie bereits einen Achtsamkeits-Kurs absolviert (z.B. MBSR, MBCT, Meditation, achtsamkeitsbasierte Körperarbeit oder vergleichbare Angebote).
  2. Sie haben bereits eine Grundausbildung zu Achtsamkeit und Mitgefühl in der Schulpädagogik absolviert (wie AISCHU, GAMMA, AmiKi, Empathy Training, ALBUS, Achtsame Pause, CARE, MiSP, Mindful Schools, MindWell, Happy Panda, LernKulturZeit, Weiterbildung Lernkultur-Coach, Wache Schule o.Ä.).

 

Für den zweiten Jahrgang, der Ende 2020 startet, haben wir die Aufnahmegrenze von 24 Teilnehmern fast erreicht. Es gibt immer wieder die Möglichkeit nachzurücken, wenn Kandidaten absagen. Wir planen im Jahr 2021 einen dritten Jahrgang anzubieten. Mehr zur AVE-Weiterbildung

Auftakt und die ersten Module

24. Februar 2020

von Arist von Hehn

Mittlerweile haben zwei Module unserer berufsbegleitenden Fortbildung stattgefunden. Der Ort für die Veranstaltungen war gut gewählt: In schöner Natur, in einem Seminarhaus in einem Dorf im Spessart fällt es leicht, zu sich zu kommen und sich zu öffnen.

Das 1. Modul diente dazu, sich kennenzulernen und eine Vertrauensbasis für die künftige Zusammenarbeit zu schaffen. Außerdem wurden theoretische Grundlagen vermittelt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekamen einen Überblick über die wissenschaftlichen Grundlagen von Achtsamkeit und Empathie. Gelegenheit war auch, die Grundhaltungen der Achtsamkeit und ihre pädagogische Bedeutung zu reflektieren und sich mit der Kritik an Achtsamkeit auseinander zu setzen.

Im 2. Modul ging es um die Praxis einer fürsorglichen, wohlwollenden Haltung – zunächst gegenüber sich selbst, dann in Bezug auf andere Menschen und die Umwelt. In einem sehr erfahrungsbasierten Ansatz, der auch künstlerische Prozesse umfasste, probierten und vertieften die Teilnehmenden ein breites Spektrum an Methoden und Techniken. Diese reichten von achtsam phänomenologischen Gesprächen über Tension and Trauma Releasing Exercises (TRE) bis hin zur Arbeit und Gestaltung mit Ton.

24 TeilnehmerInnen  zwischen 31 und 69 Jahren sind dabei. Sie kommen aus ganz Deutschland und Österreich. Sie sind an verschiedensten Schulen und in unterschiedlichen Phasen der Lehrerbildung aktiv (an der Universität, im Referendariat, in der Fortbildung) und haben bereits Erfahrungen mit Achtsamkeitspraxis.

Was sie eint, ist der Wunsch, Achtsamkeit, Empathie und Mitgefühl zum Teil der Schulkultur zu machen und bei den Schülerinnen und Schülern Verantwortung und Engagement zu stärken.

Pilotprojekt startet mit 24 Teilnehmern

16. Dezember 2019

von Tobias Röder

Im Dezember 2019 ist der erste Jahrgang unserer Weiterbildung „Zusatzqualifikation für achtsamkeitsbezogene Lehrerbildung“ gestartet. Dies ist ein Kernprojekt des AVE Instituts. Denn es mangelt in Deutschland an Lehrerinnen und Lehrern, die andere in Achtsamkeit und Empathie ausbilden können.

Ein Jahr hat die Konzeptionsphase gedauert. Die Gründerin des AVE Instituts, Hanna Paulmann, hatte dazu die Pioniere der Pädagogik der Achtsamkeit zu einem offenen Austausch zu sich eingeladen. Vertreterinnen und Vertreter aller wesentlichen deutschsprachigen Programme waren mit von der Partie: AISCHU, GAMMA, Pädagogik der Achtsamkeit, SEE-Learning, Empathy-Training, AmiKi.

Das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg war beratend dabei: Denn es gibt viele Anfragen von Lehrkräften und Schulen nach Achtsamkeitstrainings, aber zu wenige Trainerinnen und Trainer, die gut qualifiziert sind, Erfahrungen im Schulkontext haben und die Situation von Lehrerinnen und Lehrern verstehen.

In gemeinsamen Treffen, die zum Teil über mehrere Tage gingen, entwickelten die Expertinnen und Experten ein Curriculum: mit Lernzielen, Inhalten und Methoden – immer das Ziel vor Augen, Impulse für den Bildungsbereich zu geben, damit Achtsamkeit und Beziehungskompetenz Teil der Schulkultur werden können.

Bei den Treffen haben wir nicht nur intensiv gearbeitet, sondern auch gemeinsam meditiert, gegessen, miteinander geredet und Spaziergänge gemacht. Mich hat vor allem die Offenheit beeindruckt, mit der die Mitglieder des Teams aufeinander zugegangen sind, und die Großzügigkeit, mit der sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen geteilt haben.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In sechs Modulen, die jeweils über mehrere Tage gehen, wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Didaktik der Achtsamkeit in Theorie und Praxis vermittelt. In jedem Modul unterrichten zwei Referenten, so dass verschiedene Perspektiven eingebracht werden können.

Mit dem Training erhalten Fachpersonen aus dem pädagogischen Kontext die Befähigung, als Dozent oder Dozentin für Achtsamkeit in der Lehrerbildung tätig zu werden. Wir sind froh, dass der erste Jahrgang so gut angenommen wird: Mit 24 Teilnehmern ist der Kurs voll. Ein neuer Jahrgang startet im Oktober 2020.