Aktuelles aus der AVE-Weiterbildung

24. Februar 2020

Auftakt und die ersten Module

von Arist von Hehn

Mittlerweile haben zwei Module unserer berufsbegleitenden Fortbildung stattgefunden. Der Ort für die Veranstaltungen war gut gewählt: In schöner Natur, in einem Seminarhaus in einem Dorf im Spessart fällt es leicht, zu sich zu kommen und sich zu öffnen.

Das 1. Modul diente dazu, sich kennenzulernen und eine Vertrauensbasis für die künftige Zusammenarbeit zu schaffen. Außerdem wurden theoretische Grundlagen vermittelt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekamen einen Überblick über die wissenschaftlichen Grundlagen von Achtsamkeit und Empathie. Gelegenheit war auch, die Grundhaltungen der Achtsamkeit und ihre pädagogische Bedeutung zu reflektieren und sich mit der Kritik an Achtsamkeit auseinander zu setzen.

Im 2. Modul ging es um die Praxis einer fürsorglichen, wohlwollenden Haltung – zunächst gegenüber sich selbst, dann in Bezug auf andere Menschen und die Umwelt. In einem sehr erfahrungsbasierten Ansatz, der auch künstlerische Prozesse umfasste, probierten und vertieften die Teilnehmenden ein breites Spektrum an Methoden und Techniken. Diese reichten von achtsam phänomenologischen Gesprächen über Tension and Trauma Releasing Exercises (TRE) bis hin zur Arbeit und Gestaltung mit Ton.

24 TeilnehmerInnen  zwischen 31 und 69 Jahren sind dabei. Sie kommen aus ganz Deutschland und Österreich. Sie sind an verschiedensten Schulen und in unterschiedlichen Phasen der Lehrerbildung aktiv (an der Universität, im Referendariat, in der Fortbildung) und haben bereits Erfahrungen mit Achtsamkeitspraxis.

Was sie eint, ist der Wunsch, Achtsamkeit, Empathie und Mitgefühl zum Teil der Schulkultur zu machen und bei den Schülerinnen und Schülern Verantwortung und Engagement zu stärken.

16. Dezember 2020

Pilotprojekt startet mit 24 Teilnehmern

von Tobias Röder

Im Dezember 2019 ist der erste Jahrgang unserer Weiterbildung „Zusatzqualifikation für achtsamkeitsbezogene Lehrerbildung“ gestartet. Dies ist ein Kernprojekt des AVE Instituts. Denn es mangelt in Deutschland an Lehrerinnen und Lehrern, die andere in Achtsamkeit und Empathie ausbilden können.

Ein Jahr hat die Konzeptionsphase gedauert. Die Gründerin des AVE Instituts, Hanna Paulmann, hatte dazu die Pioniere der Pädagogik der Achtsamkeit zu einem offenen Austausch zu sich eingeladen. Vertreterinnen und Vertreter aller wesentlichen deutschsprachigen Programme waren mit von der Partie: AISCHU, GAMMA, Pädagogik der Achtsamkeit, SEE-Learning, Empathy-Training, AmiKi.

Das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg war beratend dabei: Denn es gibt viele Anfragen von Lehrkräften und Schulen nach Achtsamkeitstrainings, aber zu wenige Trainerinnen und Trainer, die gut qualifiziert sind, Erfahrungen im Schulkontext haben und die Situation von Lehrerinnen und Lehrern verstehen.

In gemeinsamen Treffen, die zum Teil über mehrere Tage gingen, entwickelten die Expertinnen und Experten ein Curriculum: mit Lernzielen, Inhalten und Methoden – immer das Ziel vor Augen, Impulse für den Bildungsbereich zu geben, damit Achtsamkeit und Beziehungskompetenz Teil der Schulkultur werden können.

Bei den Treffen haben wir nicht nur intensiv gearbeitet, sondern auch gemeinsam meditiert, gegessen, miteinander geredet und Spaziergänge gemacht. Mich hat vor allem die Offenheit beeindruckt, mit der die Mitglieder des Teams aufeinander zugegangen sind, und die Großzügigkeit, mit der sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen geteilt haben.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In sechs Modulen, die jeweils über mehrere Tage gehen, wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Didaktik der Achtsamkeit in Theorie und Praxis vermittelt. In jedem Modul unterrichten zwei Referenten, so dass verschiedene Perspektiven eingebracht werden können.

Mit dem Training erhalten Fachpersonen aus dem pädagogischen Kontext die Befähigung, als Dozent oder Dozentin für Achtsamkeit in der Lehrerbildung tätig zu werden. Wir sind froh, dass der erste Jahrgang so gut angenommen wird: Mit 24 Teilnehmern ist der Kurs voll. Ein neuer Jahrgang startet im Oktober 2020.