Aktuelles aus Empathie macht Schule

Neuerungen durch die Corona-Krise

27. Juni 2020

von Hella Dietz

Im März haben die ersten beiden Gruppen mit dem ersten Modul der Weiterbildung begonnen. Im ersten Modul ging es um die Frage, warum es für die Vermittlung von Beziehungskompetenz und Empathie so wichtig ist, bei uns selbst zu beginnen. Drei Erfahrungsberichte von Teilnehmenden finden Sie hier

Dann kam Corona. Durch die Kontakt-Beschränkungen konnten sich die anderen Gruppen nicht mehr persönlich treffen. Auch die eigentlich geplante zweite wissenschaftliche Erhebung, in der das Forschungsteam erste Veränderungen zur im Dezember festgestellten Ausgangssituation messen wollte, musste verschoben werden.

Wir haben über Zoom-Treffen Kontakt zu den Gruppen gehalten, die schon mit der Weiterbildung begonnen hatten, und wir haben Zoom-Treffen für diejenigen angeboten, deren Module noch nicht stattfinden konnten.

Neuer Blog Empathie macht Schule

Um Eltern in dieser herausfordernden Situation zu unterstützen, haben wir im März begonnen, auf unserem Blog „für eltern“ zu schreiben: Was brauchen Eltern, um gut durch diese schwierige Zeit zu kommen? Wie können wir als Eltern trotz herausfordernder Bedingungen auf unsere Fähigkeit zu Empathie zurückgreifen? Wie können wir auf uns achten und zugleich gut mit unseren Kindern in Beziehung bleiben? Zum Blog für Eltern

Ende April kam dann ein Blog „für fachkräfte“ hinzu. Wir berichten von unseren Erfahrungen und vermitteln kurze Übungen für Erwachsene und für Kinder, um zur Ruhe zu kommen. Blog für Fachkräfte

Projektstart an drei Berliner Grundschulen

10. Februar 2020

von Hella Dietz

Zum Auftakt des Projekts fand am 30. Januar in der Brüder-Grimm-Grundschule in Berlin-Wedding ein Empfang statt – mit rund 100 Gästen aus den beteiligten Schulen,der Senatsverwaltung, der regionalen Schulaufsicht sowie den Stiftungen, die das Projekt fördern.

Um anschaulich zu vermitteln, was damit gemeint ist, eine entwicklungsfördernde Atmosphäre zu schaffen, hatten sich die Projektleiterinnen Helle Jensen und Christine Ordnung etwas Besonderes ausgedacht: Sie haben ihre Präsentation des Projekts immer wieder durch kurze Impulse und Übungen unterbrochen und ihren Gästen zum Beispiel durch eine kurze Atemübung gezeigt, wie es gelingt, auch in großen Gruppen zur Ruhe zu kommen. Durch die Übung, die Hände einmal nicht auf die gewohnte Art zu überkreuzen, wurde deutlich, dass auch vermeintlich einfache Veränderungen von alltäglichen pädagogischen Routinen Anleitung und Aufmerksamkeit benötigen.

Helle Jensen (li hinten), Christine Ordnung mit Kristina Schramm, Silke Reichmann de Salas, Klemens Röthig, Doreen Hohm, Mona Kino, Johanna Etzold

Hanna Paulmann, die Gründerin des AVE Instituts, die das Projekt ebenso wie die ALV Stiftung fördert, erzählte, wie alles begann: auf einem Symposium in Frankfurt 2017 mit dem Dalai Lama über Mitgefühl und globale Verantwortung. Im Anschluss hatte sie die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer gefragt, was sie gerne tun würden, um Empathie zu fördern. Helle Jensen hatte mit leuchtenden Augen berichtet, dass sie ihre Erfahrung so gerne an Schulen bringen möchte.

Daraus entwickelte sich das Modellprojekt „Empathie macht Schule“, das im Februar 2020 an drei Grunschulen in Berlin begonnen hat: der Brüder-Grimm-Grundschule in Wedding, der Grundschule im Gutspark in Lichtenberg und der Sachsenwald Grundschule in Steglitz.

Die Erwartungen der Schulleiterinnen

Die Schulen stellten sich beim Auftakt vor. Und man spürte, wie engagiert sie sich an diesem Projekt beteiligen. Die Schulleiterin der Sachsenwald Grundschule, Frau Weyand, freute sich, dass das Projekt frischer Wind in den Segeln ihrer Schule sei, durch den das Fahrt aufnehme, was sie sich ohnehin vorgenommen habe: freundlich und empathisch miteinander umzugehen.

Die stellvertretende Schulleiterin der Brüder-Grimm Grundschule, Frau Bade, betonte, dass ihre Schule auch deshalb ausgewählt worden sei, weil es eine Brennpunktschule ist, also eine Schule, in der es „jeden Tag brennt“. Sie äußerte die Hoffnung, dass das Projekt allen Beteiligten hilft, besser mit diesem Stress umzugehen.

Die Schulleiterin der Grundschule am Gutspark, Frau Blaß, verglich ihren ersten Eindruck von der Idee, angeborene Empathie wiederzuerwecken, mit der Erfahrung, sich bewusst zu werden, dass man eine Brille benötige – und dann zu erleben wie mit dieser Brille plötzlich alles an seinen richtigen Platz rücke.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Dafür wiederum sind nicht nur Schulen notwendig, die die Weiterbildungsmodule durchlaufen, sondern auch die Kontrollschulen: Die Schweizerhof Grundschule, die Moselviertel Grundschule und die Wilhelm Hauff Grundschule in Berlin haben die für die Forschung so wichtige Aufgabe übernommen, sich regelmäßig evaluieren zu lassen, ohne das Programm zu durchlaufen. Seit Herbst 2019 laufen die Vorbereitungen, die ersten Fragebögen sind bereits ausgefüllt.

Näheres zum Konzept von „Empathie macht Schule“ finden Sie auf der Projektwebsite:
https://www.empathie-macht-schule.de/projekt-konzept/.