Das IDG Sommercamp als Raum für Innere Entwicklung
Vom 14. bis 20. Juli fand das IDG Sommercamp statt – eine besondere Woche für junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren, die sich auf den Weg zu mehr innerer Klarheit und Verbundenheit machten. Veranstaltet wurde das Camp von der Orientierungszeiten gGmbH gemeinsam mit der Lernkulturzeit Akademie, gefördert durch das AVE Institut und die Okeanos Stiftung für das Meer.
Die Gruppe war bunt gemischt: elf Teilnehmende, deren Hintergründe von einer Ausbildung zur Sozialassistentin über das Studium empirischer Bildungsforschung bis hin zum frisch gebackenen Abiturienten reichten – sie alle verband die Suche nach Orientierung und der Wunsch, persönliche und gesellschaftliche Entwicklung miteinander zu verbinden.
„Für ein gelingendes Miteinander braucht es ein informiertes Selbst – ein Selbst, das sich auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene erfassen kann und von dort aus ins Handeln kommt“, erklärt Vivianne, eine der beiden Initiatorinnen.
Gemeinsam mit Selina gestaltet sie Erfahrungsräume, in denen junge Menschen innere Kompetenzen entdecken und in Beziehung bringen können – zu sich selbst, zueinander und zur Welt.
Innere Kompetenzen für äußeren Wandel: Die Inner Development Goals als Grundlage
Das Camp basiert auf den Inner Development Goals (IDGs) – einem internationalen Rahmenwerk innerer Fähigkeiten für nachhaltige Entwicklung. Die Idee dahinter: Um globale Herausforderungen zu bewältigen, braucht es innere Kompetenzen wie Selbstreflexion, Empathie, Beziehungsfähigkeit und die Fähigkeit zum gemeinsamen Gestalten.
Die IDGs gliedern sich in fünf Dimensionen: Being (Sein), Thinking (Denken), Relating (Beziehungen gestalten), Collaborating (Zusammenarbeiten) und Acting (Handeln).
Im Sommercamp wurden diese Bereiche durch verkörpertes Lernen, Selbsterfahrung und authentische Begegnung lebendig erfahrbar gemacht.
Eine Reise der Transformation
Das Camp war als Reise gestaltet – mit Raum für das Ungeplante. Der Prozess der Gruppe stand im Mittelpunkt. Entscheidend war ein vertrauensvoller Rahmen, in dem die Teilnehmenden bei sich selbst ankommen und sich gegenseitig in ihrer Authentizität erleben konnten.
Vom persönlichen Erforschen hin zum Blick auf die Welt: Wie geht es mir mit dem Zustand unserer Zeit? Welche Veränderung wünsche ich mir – und welchen Beitrag kann ich leisten?
Diese Fragen begleiteten die Woche und luden jede und jeden ein, eine persönliche Ausrichtung zu finden. Jeder Tag begann mit einer gemeinsamen Morgenpraxis, gefolgt von Workshop-Phasen mit Übungen zur Selbsterfahrung, Reflexion und theoretischem Input. Am Abend gab es Zeit zum Integrieren – durch Schreiben, Körperübungen oder stille Momente in der Natur.
„Anstatt Menschen zum Handeln zu bringen, möchte ich die Samen in ihrem Inneren unterstützen“, beschreibt Selina. „Dann brummt der Raum vor Lebendigkeit.“
Ein Raum zum Sein und Werden
Das methodische Fundament verband humanistische Bildung mit Elementen der transparenten Kommunikation, traumasensiblen Ansätzen sowie Gefühls- und Körperarbeit. Achtsamkeitspraktiken schulten Präsenz, während Modelle wie die Theorie U nach Otto Scharmer halfen, Transformationsprozesse ganzheitlich zu verstehen.
„Ich habe erst im Camp gemerkt, wie sehr ich einen solchen Raum – offen, kritisch, herzlich – gebraucht habe“, reflektiert eine Teilnehmerin.
Das Sommercamp bot keinen Lehrraum, sondern Erfahrungsräume. Erkenntnis entstand durch Begegnung – nicht durch Belehrung. So wuchs eine Haltung, in der viele Facetten menschlichen Seins willkommen waren – und junge Menschen gestärkt und inspiriert zurückkehrten, bereit, die Welt aktiv mitzugestalten.