Basteln mit Federn

Inspirationen für die Ferien: Spielen in der Natur und zuhause

Ob draußen im Wald oder zuhause am Küchentisch – wir spielen gern mit allen Sinnen. Ein paar Ideen, die Sie vielleicht noch nicht kennen, finden Sie hier, zum Beispiel die Blinde Barfußreise, Kugelbilder malen, Naturdetektiv spielen.

PORTAL FÜR ACHTSAMKEIT IN DER PÄDAGOGIK

Eines unser Lieblingsspiele sind die Spielkästen. Dazu bereitet man einen Holzkasten oder Karton vor und füllt ihn z.B. mit Linsen, Reis, Sand oder was sonst so passt. Dazu gibt man Gefäße zum Schütten und Rühren, oder die Kinder holen sich Spielfiguren und lassen ihre eigenen Welten in dem Kasten entstehen.

Erstaunlicherweise respektieren die Kinder die Kästen meist gut und schleppen die Inhalte nicht herum. Falls doch, reicht der Kasten einfach nicht aus. Daher spielen wir damit in der Küche oder auf dem Tisch. Das Spiel eignet sich gut für Kinder ab 3 Jahre und ist auch für 8-Jährige noch spannend: Sie können mit Sand kleine, feine Welten bauen und dort mit ihren Figuren oder Autos drin spielen.

Hierzu ein Artikel von der Leiterin Heleana Jehle

Diese Spielidee und viele mehr findet ihr in der Zeitschrift Mit Kindern wachsen – im Abo viermal im Jahr – unbedingt empfehlenswert!

Vieles in meiner Arbeit mit der Achtsamkeit habe ich in meiner Ausbildung bei der Achtsamkeitslehrerin Katharina Martin gelernt, die auch die Kreativwerkstatt in Freiburg konzipiert hat. Hier finden sich viele Ideen und Anregungen für das Spiel mit Kindern

Spiel mit Farben

Das Spiel mit Farben ist für Kinder jeglichen Alters interessant – Wasserfarben, Acrylfarben, Fingerfarben. Mit den Großen kann man sich besondere Malprojekte überlegen, z.B. ein ganzes Zimmerfenster oder den Spiegel verzieren, großformatige Papiere auslegen und den Körper nachzeichnen, Collagen anfertigen und hineinmalen, schreiben zu bestimmten Themen u.s.w.

Farbkasten und Blätter

Pustebilder: Pustebilder sind wie eine kleine Atem-Übung für die Kinder. Du brauchst dafür etwas festeres Papier oder Buntpapier, Wassermalfarbe und einen Strohhalm. Als Erstes vermischst du Wasser mit viel Wassermalfarbe und lässt dann davon dicke Tropfen auf das Blatt Papier fallen.

Danach pustest du mit deinen Kindern durch den Strohhalm direkt in die Wasserfarbtropfen, so dass sie schön auseinander laufen. Einzelne Spuren können natürlich weiter verfolgt werden. Dazu könnt ihr auch entspannende Musik hören. Wenn die Bilder trocken sind, könnt ihr danach mit Stiften Tiere oder Figuren aus den Pustebildern zaubern, aber das nur optional.

Kugelbilder: Wenn du gerade einen Karton zu Hause hast oder einen Deckel von einem alten Schuhkarton, dann leg ein Blatt Papier hinein, tropfe ein paar Kleckse Fingerfarbe oder Acrylfarbe darauf, und dann kann es losgehen: Wenn du eine Murmel oder einen anderen kleinen Ball hast (ein rundlicher Stein funktioniert auch), dann leg ihn auch in den Karton direkt auf das Blatt Papier mit der Farbe.

Jetzt nehmt ihr den Karton in beide Hände und murmelt den Ball auf dem Papier hin und her, immer wieder durch die Farbkleckse. So entsteht ein tolles Bild. Besonders gut sieht es aus, wenn du vorher einen Rahmen mit Malerkrepp auf dem Papier abklebst. Du musst nur vorsichtig beim Abziehen des Krepps sein – am besten funktioniert es, wenn die Farbe noch feucht ist. Mehr Ideen

Inspirationen für Naturerlebnisse mit Kindern

Sich alleine und ohne große Ablenkung durch die Natur zu bewegen, bietet momentan ein großes Potential, innerlich und als Familie zu wachsen. Die Natur lehrt uns, das alles vergeht und sich wandelt. Dass alles miteinander verbunden ist und nichts und niemand für sich alleine steht. Viele Menschen verstehen sich fälschlicherweise nicht als einen Teil der Natur. Wie geht es dir damit?

Gehen wir dieser Tage allein oder mit unseren Kindern durch den Park, den Wald oder auch nur durch eine Straße mit Bäumen und Gräsern zwischen den Steinen, können wir uns darauf besinnen, welchen Platz wir in der Natur einnehmen. Wir können darüber sprechen, wie sich das anfühlt, welche Fragen auftauchen oder was uns dabei Angst oder Freude macht. Einen kurzen Text für Erwachsene habe ich dazu in meinem Blog geschrieben.

Vögel erkennen: Fragt ihr euch auch öfter, welcher Vogel da gerade so hübsch sein Frühlingslied singt? In diesem Video vom NABU könnt ihr mit euren Kindern ab 4 Jahre zusammen schauen und hören und dann selbst auf Entdeckungstour gehen. Als Hilfestellung gibt es tolle Naturführer für Kinder, die Pflanzen, Tiere und Ökosysteme kindgerecht erklären.

Die folgenden Anleitungen hat die Naturtherapeutin und Achtsamkeitslehrerin Sandra Knümann zusammengestellt.

Wer mehr über die Arbeit der Naturtherapeuthin und Achtsamkeitslehrerin erfahren möchte, wird auf ihrer Website fündig. Ihr tolles Set mit vielen Audios, Texten und Ideen zum Wald-Erleben Waldbaden im Frühling kann ich ebenfalls – insbesondere für Erwachsene – sehr empfehlen.

Mit Pflanzen malen: Im Frühjahr sind die Blätter noch zart und voller Saft. Und dieser Saft hat es in sich, denn mit ihm können wir malen. Dafür braucht jedes Kind ein Stück festes Papier, z.B. eine blanko Karteikarte. Dann pflückt es ein Blatt einer Pflanze, zerknüllt es zwischen den Fingern und reibt es auf das Papier. Welche Farbe kommt zum Vorschein?

Mit vielen unterschiedlichen Farben entsteht bald ein buntes Bild. Zum Malen kann man alle Blätter, Blüten, ja sogar feuchte Erde, Pilze u.s.w. verwenden. Mit dieser Aktion können die Kinder herrlich experimentieren, denn manch grünes Blatt malt gelb und es gibt sogar gelbe Blüten, die rot malen!

Blinde Barfußreise: Bei dieser Aktion können wir den Waldboden mit den Füßen kennen lernen. Damit die Augen nicht von den anderen Sinneswahrnehmungen ablenken, werden sie verbunden. Zur Orientierung im Wald spannen wir eine etwa 50 Meter lange Schnur entlang der Bäume über möglichst abwechslungsreichem Untergrund. Achte darauf, dass sich keine Brombeeren oder andere Hindernisse auf dem Pfad befinden.

Junge mit sandigen Füßen

Die Teilnehmenden sollen den Faden später in der rechten Hand halten, also müssen wir beim Aufbau darauf achten, dass er immer rechts herum um den Baum gewickelt wird. Schön ist es auch, wenn die Schnur mal höher und mal tiefer verläuft. Wenn alles vorbereitet ist, schicken wir die Teilnehmenden einzeln barfuß, schweigend und mit verbundenen Augen auf die Reise. Ein unvergessliches Erlebnis!

Baumgesichter: Ist euch schon einmal aufgefallen, dass viele Bäume ein Gesicht haben? Auf dem Stamm von Buchen sieht man Augen und Münder, aber auch bei anderen Baumarten lassen sich Gesichter entdecken. Mit etwas Ton oder Lehm könnt ihr diese noch hervorheben.

Klebe damit einfach Blätter, Stöckchen, Steine o.ä. so an die Rinde, dass ein Gesicht entsteht. Besonders beeindruckend wird das Werk, wenn ihr die natürlichen Gesichtszüge des Baumes unverändert lasst. Was mögen wohl die nächsten Spaziergänger denken, die an eurem Baum vorbei kommen?

Spaziergang durch die Baumwipfel: Für diese schöne Erfahrung zu zweit braucht ihr einen kleinen Handspiegel oder eine Spiegelfliese aus dem Baumarkt. Die eine Person hält sich den Spiegel oberhalb der Nasenspitze an ihre Nase und kippt ihn so weit, dass sie im Spiegel den Himmel sehen kann. Ab jetzt nur noch in den Spiegel schauen! Die zweite Person nimmt sie bei der Hand und führt sie vorsichtig umher. Optimal ist ein Weg unter Bäumen hindurch, mal nah an den Stämmen entlang, mal durch eine kleine Lichtung, mal dicht unter herabhängenden Ästen hindurch.

Ideen aus meinen Familienseminaren

Naturdetektive: Jeder geht los und schaut, hört, riecht und fühlt, was ihn interessiert. Das können Blätter, Steine, Äste, Moose, Federn sein. Jeder nimmt ein bis drei Sachen mit. Dann setzen wir uns in einen Kreis, bereiten ein Tuch oder eine schöne Schale/Tablett in der Mitte und legen alle Schätze hinein. Nun kann man alles anschauen und erforschen und darüber in Austausch kommen.

Naturschätze

In meinen Seminaren haben wir altersgemischte Gruppen mit Kindern zwischen 4 und 12 Jahren – alle Spiele und Meditationen machen wir gemeinsam und das funktioniert wunderbar. Habt also keine Scheu, euren auch schon älteren Kindern diese Spiele anzubieten und lasst euch überraschen!

Nur weil sie schon zur Schule gehen, Harry Potter Filme schauen oder am liebsten ständig am Handy spielen wollen, heißt das nicht, dass sie sich nicht mit Freude auf ganz einfache Experimente und Erlebnisse einlassen würden. Bleibt dran und geduldig. Nehmt den Druck raus und lasst den Funken überspringen, indem ihr selbst zum Forscher werdet und sie mit Eurer Neugier und Lust ansteckt.

Tanzen: Findet einen Ort, an dem ihr euch gemeinsam frei bewegen könnt und sucht eure Musik heraus – Eltern wie Kinder. Dann legt los und bewegt euch und schaut, welche Bewegungen spontan entstehen. Kein Tanz wird bewertet mit „du tanzt wie…“ oder „du tanzt gut“. Stattdessen können wir beobachten, welche Bewegungen der Kinder wir interessant finden und das kommentieren, oder wir machen die Bewegung nach.

Unsere Kinder wollen gerne herumgeschleudert werden und auf unserem Arm mit uns tanzen, die Große möchte etwas vortanzen. Manchmal mache ich elektronische Musik an ohne Text, hier kann ich gut loslassen und den Kindern gefällt es! Traut euch, es macht riesigen Spaß und tut sehr gut. Kinder-Tanz-Musik finden wir gut z.B. Radau, Deine Freunde, Mukkemacher – neuerdings hören wir aber auch öfter 90er Dance.

Achtsames Gehen: Eine Gehmeditation für Groß und Klein, das geht so: Gemeinsam ein Stück langsam zusammen gehen, nicht sprechen, die Bewegung genau erforschen, Untergrund erforschen, Gedanken beobachten. Das kann man drinnen und draußen machen. Vorher ausmachen von wo bis wo man geht. Dauer ungefähr 3 bis max. 10 Minuten.

Ihr glaubt, das sei zu langweilig? Ja, Kinder finden es manchmal langweilig langsam zu gehen oder nicht zu wissen wie lange es dauert. Und manchmal gehen sie von allein so langsam, oder? Und wir sagen dann, sie sollen nicht trödeln. Ihr müsst ihnen das langsame Gehen nicht übermäßig schmackhaft machen, aber ihr könnt sie neugierig machen und den inneren Detektiv wecken: Wie ist es, so langsam zu gehen? Wie fühlt sich denn die Langeweile genau an? Wo im Köper spüre ich die Langeweile? Vielleicht bemerken sie etwas, das dann plötzlich gar nicht langweilig sondern sogar ganz spannend war?

Was wir zum Spielen meistens im Haus haben

  • Bastelkisten mit Papier, Karton, Federn, Perlen, Glitzerkleber, Aufkleber, Styropor, Bänder, Wolle, Füllwolle, Filz, Bügelperlen, Knete, Material für Salzteig, Seifenblasen
  • Stempel, Malbücher, Stickerbücher, Vorschul- oder Rätselhefte
  • Verkleidungskiste mit diversen Verkleidungen und Dekosachen wie Tüchern, Gürteln, Schuhen, Haarschmuck, Hüten, Perücken, Laserschwert, Pfeil und Bogen
  • Kiste mit Naturmaterialien wie Steine, Holz, Kastanien, Muscheln, Moos
  • Musikinstrumente wie Trommeln, Rasseln, Kindergitarre, Mundharmonika, E-Piano
  • Toll ist auch, wenn man Platz auf dem Balkon oder im Garten hat für eine Matschküche – Sand und Matschen geht immer!
  • Klasse sind auch sogenannte Kistengärten. In kleinen Kisten könnt Ihr auf dem Balkon oder im Hof einen kleinen Gemüse- Obst- und Kräutergarten anlegen. Hier eine Anleitung
  • Trampolin: jeden Tag Spaß und körperlicher Ausgleich. Günstig sind Produkte, die auch Erwachsene mitnutzen können. Gut sind auch  Gummibänder anstatt Stahl-Feder und einklappbare Beine.
Foto Sarina Hassine
Sarina Hassine

Sarina Hassine unterrichtet seit 2012 Achtsamkeit und Meditation. Da ihr Kinder und die Zukunft der Erde sehr am Herzen liegen, arbeitete sie von Anfang an mit Eltern und Pädagog:innen, u.a. seit 2017 im Rahmen von AiSchu. Sie liebt die Natur, das Meer und die Kunst, ist Mutter von zwei Kindern und arbeitet in der Online Redaktion des AVE-Instituts. Mehr Infos auf ihrer Seite www.mindfulnessberlin.de

Bildquellen dieser Seite anzeigen

  • Basteln mit Federn: Familienzeitseminar / Hanna Salzer
  • Farbkasten und Blätter: Miss X / photocase.de
  • Sandige Füße: Helgi / photocase.de
  • Naturschätze: Familienzeitseminar / Hassine, Salzer